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Athanasius Kircher e il Magnetismo Universale/de

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Athanasius Kircher (Geisa, Fulda, 1602 – Rom, 1680), Jesuit und Professor am Collegio Romano, ist eine der Schlüsselfiguren, die die hermetisch-alchemistische Tradition mit der Vorgeschichte des Hypnotismus verbinden. Er ist der von Thouret am häufigsten zitierte Autor unter den Vorgängern Mesmers, und er beschrieb 1646 das erste experimentum mirabile hypnotischer tierischer Unbeweglichkeit: das berühmte „Kircher-Huhn".

Kircher als Jesuit: der Gelehrte des „Alles ist Eins"

1633 von Papst Urban VIII. nach Rom berufen, um am Collegio Romano Mathematik zu lehren, war Kircher fast fünfzig Jahre lang die höchste kulturelle Autorität der katholischen Welt. Er beschäftigte sich mit Philosophie, Physik, Alchemie, Astronomie, Hermetik und glaubte an die „okkulten" Kräfte der Dinge und an das Gesetz der Analogie — im Werk Kirchers findet sich ein klarer Verweis auf das Gesetz des «Alles ist Eins». Er schuf das berühmte Museo Kircheriano und eine Wunderkammer innerhalb des Collegio Romano.

🔗 Quelle: E. Stracchi, Kircher, Phonurgia Nova, Conservatorio S. Cecilia, 2016 (academia.edu); A. M. Partini, Athanasius Kircher e l'alchimia, Ed. Mediterranee, 2004.

Magnes sive de arte magnetica — der universale Magnetismus

Kircher schrieb den Magnes, sive de arte magnetica (1641), eine Abhandlung über den Magnetismus als universales Prinzip von Sympathie und Antipathie, das die gesamte Schöpfung durchdringt. Thouret zitiert ihn als direkte Quelle der vormesmerischen Fluidumstheorie (27 Referenzen).

[VERIFIZIERT] Thouret dokumentiert, dass sogar die «Experimente des Rings und des Schwertes» Mesmers bereits bei Kircher beschrieben waren:

"Il n'y a pas jusqu'aux expériences de la Bague et de l'Épée […] que M. Thouret a trouvées décrites dans Kircher. Il est donc certain que les assertions de M. Mesmer, qu'il regarde comme ses principes, ne lui appartiennent point." — Thouret, Recherches et doutes, 1784 (🔗 Drive, S. 110 und 121)

Das Experimentum mirabile: Kirchers Huhn (1646)

In Ars Magna Lucis et Umbrae (Rom 1646) beschreibt Kircher — unter dem genauen Titel „'Experimentum mirabile. De Imaginatione Gallinae" — das, was Historiker als ersten dokumentierten Bericht über tierische hypnotische Immobilität betrachten.

[VERIFIZIERT] Der Originaltext (lateinisch, 1646):

"Gallinam pedibus vinciam in pavimentum quodpiam depone: quae primò […] se captivam sentiens, alarum succussione totiusque corporis motu vincula sibi iniecta excutere omnibus modis laborabit; sed irrito tandem conatu […] ad quietem se componens, victoris se arbitrio sistet. Quieta igitur sic manente Gallina, ab oculo eiusdem in ipso pavimento lineam rectam creta vel alio quovis coloris genere […] duces; deinde eam compedibus soluta relinque: dico quod Gallina quantumvis vinculis soluta, minimè tamen avolatura sit, etiamsi eam ad avolandum instimulaveris. Cuius quidem rei ratio alia non est, nisi vehemens animalis imaginatio, qua lineam illam in pavimento ductam vincula sua quibus ligatur apprehendat." — Kircher, Ars Magna Lucis et Umbrae, 1646

Übersetzung: Binde ein Huhn an den Füßen auf irgendeinem Boden fest; zunächst, da es sich gefangen fühlt, kämpft es mit den Flügeln und der Bewegung des ganzen Körpers, um die ihm angelegten Fesseln auf jede Weise abzuschütteln; doch nach einem vergeblichen Versuch, erschöpft, ergibt es sich dem Willen des Siegers. Während das Huhn so ruhig bleibt, ziehe mit Kreide (oder einer anderen Farbe) eine gerade Linie auf dem Boden von seinem Auge aus; dann befreie es von den Fesseln: Ich sage, dass das Huhn, so sehr es auch losgebunden ist, keineswegs davonfliegen wird, selbst wenn du es zum Fliegen anstachelst. Der Grund dafür ist kein anderer als die heftige Vorstellungskraft des Tieres, durch die es jene auf den Boden gezogene Linie als die Fesseln wahrnimmt, mit denen es gebunden war.

Kircher fügt hinzu: „Experimentum hoc saepius non sine astantium admiratione exhibui" (ich habe dieses Experiment oft gezeigt, nicht ohne Staunen der Anwesenden), und er zweifelt nicht, dass es „auch für andere Tiere gilt".

🔗 Primärquelle: Kircher, Ars Magna Lucis et Umbrae, Originalausgabe 1646 — Drive ISI-CNV (digitalisierte Ausgabe, als Quelle hochgeladen)

Der ausdrückliche Bezug zum Magnetismus

Es ist keine spätere Lesart: Kircher selbst verbindet das Experimentum mit dem Magnetismus. Wenige Zeilen zuvor verweist er auf seine eigene Abhandlung „in Arte nostra Magnetica lib. 3, cap. de Magnetismo imaginationis" (der Magnetismus der Vorstellungskraft) und auf den Oedipus Aegyptiacus (Magie und Opfer der alten Ägypter). Das „Kirchersche Huhn" ist daher, in den Worten seines eigenen Autors, ein Phänomen des Magnetismus der Vorstellungskraft.

Kircher und Christina von Schweden

[VERIFIZIERT] Kircher entwarf eine sprechende Statue (ein „Delphisches Orakel") für den Besuch von Christina von Schweden am Collegio Romano im Jahr 1665; das Kunstwerk wurde später 1678 im Museo Kircheriano verzeichnet.

🔗 Quelle: Stracchi, Kircher, Phonurgia Nova (2016), academia.edu; P. Barbieri in Roma Barocca, Mondadori Electa, 2006, S. 306-308.

[VERIFIZIERT] Die Königin Christina von Schweden, die sich seit ihren Aufenthalten nach 1655 in Rom aufhielt, belebte einen hermetisch-alchemistischen Zirkel. Die Lux Obnubilata (Vorwort von Mino Gabriele, Edizioni Mediterranee) dokumentiert ausdrücklich die Zusammensetzung jenes Kreises:

"Com'è noto nei suoi soggiorni romani Cristina di Svezia si circondò di personaggi non certo privi di interessi alchemici; tra essi ricordo Francesco Borri, il Marchese Massimiliano Palombara e padre Athanasius Kircher." — Lux Obnubilata, Vorwort (🔗 Drive)

Zu demselben Zirkel gehörte auch der Alchemist Francesco Maria Santinelli (alias Crassellame) — dieselbe Person, die Thouret als Quelle der magnetischen Fluidumlehre zitiert. Der Knoten Kircher ↔ Christina von Schweden ↔ Santinelli ist keine Vermutung mehr: Er ist dokumentiert. Magnetismus und Hermetismus sind hier buchstäblich dieselben Personen im selben Raum.

Warum Kircher eine Brückenfigur ist

Kircher vereint in einer einzigen Person die drei Fäden dieser Wiki:

  • Hermetisch: Jesuit des "Alles ist Eins", Alchemie, Oedipus Aegyptiacus, Museo Kircheriano.
  • Magnetisch: Magnes sive de arte magnetica, direkte Quelle — über Thouret — der vormesmerischen Theorie.
  • Hypnotisch: das experimentum mirabile des Huhns (1646), erster Bericht über Immobilität durch Fixierung, direkter Vorfahre des Hypnotismus, der zu Lafontaine, Braid und zum Paret Method führen wird.

Stand der Dokumentation

Aussage Status Quelle
Kircher Jesuit am Collegio Romano, "Alles ist Eins" ✅ VERIFIZIERT Stracchi 2016
Ring/Schwert-Experimente bereits bei Kircher ✅ VERIFIZIERT (Zitat) Thouret 1784, S. 110-121
Experimentum mirabile des Huhns (1646) ✅ VERIFIZIERT (lateinischer Originaltext) Kircher, Ars Magna 1646
Kircher verbindet das experimentum mit dem "Magnetismus der Einbildungskraft" ✅ VERIFIZIERT (Originaltext) Ars Magna 1646
Sprechende Statue für Christina von Schweden (1665) ✅ VERIFIZIERT Stracchi 2016
Zirkel der Christina von Schweden: Kircher + Santinelli + Borri + Palombara ✅ VERIFIZIERT Lux Obnubilata

Primärquellen (Drive-Links)

Siehe auch


Donato e la Fascinazione: navigazione ISI-CNV

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