Les Neuf Passes e i Plexuses Magnetici (Szápáry)/de
Die Neuf Passes (neun Schritte) und die Theorie der Plexuses oder magnetischen Knoten bilden das Herzstück des therapeutischen Systems des Grafen Franz von Szápáry. Die Technik legt fest, dass die magnetische Kraft im Körper entlang neun Hauptnervenknoten übertragen wird und dass der Magnetiseur sie mit präzisen Schritten führen, abfangen und „binden“ kann. Sie ist in Szápárys Magnétisme et magnétothérapie in Form eines Katechismus dokumentiert (Nr. 154–160).
Das Prinzip: neun Knoten, neun Schritte
Auf die Frage, wie viele Schritte nötig seien, um die magnetische Kraft im Kranken wieder ins Gleichgewicht zu bringen, antwortet Szápáry:
„Neun exakt ausgeführte Schritte sind ausreichend, weil es nur neun Hauptknoten der Nervengeflechte gibt.“ (Nr. 154)
Die Anzahl der Schritte ist also nicht willkürlich, sondern anatomisch: Sie entspricht der Anzahl der Nervenknoten. Ist das Übel in den unteren Körperteilen lokalisiert, werden nur so viele Schritte ausgeführt, wie Knoten unterhalb des Sitzes des Übels vorhanden sind: „Wenn der Kranke Brustbeklemmungen und keine Kopfschmerzen hat, genügen fünf Schritte; wenn er Halsschmerzen hat, sind nur sieben nötig“ (Nr. 155).
Die neun magnetischen Nervenknoten
Auf die Frage „Welches sind die neun magnetischen Nervenknoten?“ (Nr. 156) zählt Szápáry mit der entsprechenden lateinischen anatomischen Bezeichnung auf:
- An den Schläfen (Corpora quadrigemina)
- Hinter den Ohren (Plexus cervicalis)
- Am Schlüsselbein (Plexus brachialis)
- In der Brust, waagerecht zum Impfpunkt (Plexus cardiacus)
- Etwas oberhalb des Magens (Plexus solaris)
- Etwas oberhalb der Hüften (Ganglia lumbalia)
- In der Leiste (Ganglia sacra et plexus hypogastricus)
- Oberhalb des Knies (Communicans tibialis)
- Unter der Fußsohle (Ramus volaris)
Der Plexus solaris (fünfter Knoten) spielt in Szápárys Lehre eine zentrale Rolle: Im Text wird er als Sitz des Arkeos identifiziert, und „man kann sich den Somnambulismus als einen Zustand großer Aktivität des Arkeos (Plexus solaris) vorstellen“.
Wie der Schritt wirkt
Jeder magnetische Schritt leitet das Fluidum „nur von einem Nervenknoten zum anderen“ (Nr. 157). Deshalb sind maximal neun nötig: Der Fluss, der durch einen einzigen Schritt nur von einem Knoten zum nächsten gelenkt werden kann, erreicht den letzten erst beim neunten Schritt, „wobei man stets darauf achten wird, die Kraft zu binden und abzufangen“ (Nr. 158).
Abfangen und Binden der Kraft
Die beiden Abschlussoperationen sind der technisch charakteristischste Punkt (Nr. 159–160):
- Abfangen bedeutet, „die unterbrochene magnetische Strömung des Kranken zu zwingen, sich auf den nächsten Nervenknoten zurückzuziehen“. Dazu „schließt man die Hand so, dass die Fingerspitzen die Handfläche berühren und die Nägel sich ins Fleisch drücken“.
- Binden bedeutet, „das magnetische Fluidum im vorhergehenden Nervenknoten verbleiben zu lassen“; man fixiert es, indem man die Kraft auf die beschriebene Weise abfängt.
Szápáry betont, dass dies „von höchster Wichtigkeit“ sei: Die nach unten gerichtete Kraft wird so gewaltsam an einem der Knoten zurückgehalten, „was mit der alten magnetischen Methode nicht möglich war“ – genau diese Kontrolle unterscheidet seine Schule vom traditionellen Magnetismus.
Verbindungen mit dem System
Diese Technik integriert sich mit den beiden anderen Lehren Szápárys: den zwölf Schritten (der Eröffnungssequenz) und der Korrespondenz der Finger mit den fünf Sinnen (die bestimmt, mit welchem Finger der Schritt je nach betroffenem Sinn ausgeführt wird).
Primärquellen
OCR-Text zur sofortigen Überprüfung der Zitate: Szápáry Magnétisme et magnétothérapie — OCR-Text (Archiv OCR_FONTI_WIKI).
- Franz von Szápáry, Magnétisme et magnétothérapie (Volltext, Ausg. 2018), Nr. 154–160 — Text Drive
- Der kleine magnetische Katechismus (ursprüngliche katechetische Quelle) — PDF Drive
- Ordner: Szápáry — Werke und Techniken