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I Rosacroce d Oro/de

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Die Gold- und Rosenkreuzer (in tedesco Gold- und Rosenkreuzer) waren die einflussreichste alchemisch-hermetische Initiationsgesellschaft der deutschsprachigen Freimaurerei im 18. Jahrhundert. Dokumentiert im Werk von Alessandro Boella und Antonella Galli L'Ascesa all'Olimpo — Cagliostro e la tradizione ermetica nella massoneria, stellen sie eine der wichtigsten Verbindungen zwischen der hermetisch-alchemischen Tradition und dem Strang des engelhaften Magnetismus dar, der auch die magnetische Tradition durchzieht.

Profil des Ordens

Der Orden präsentierte sich als Hüter einer alchemischen und magischen Weisheit, die von «Weisen aus dem Osten» überliefert wurde. Einer seiner höchsten Würdenträger, Johann Christoph von Wöllner (1732–1800) – der spätere preußische Minister – war, wie Boella dokumentiert, ein entschiedener Befürworter des Wertes magischer und okkulter Künste und erklärte offen, dass die Zeit nicht mehr fern sei, in der die Brüder von jenen «Weisen aus dem Osten», die sie erwarteten, unterrichtet und «zu einer Verbindung mit unsichtbaren höheren Wesen» geführt werden könnten.

Der Orden pflegte Praktiken der Geisterbeschwörung: Boella berichtet von dem Vorfall, bei dem ein Würdenträger dem Verleger Nicolai – einem erbitterten Gegner der Gold- und Rosenkreuzer – die Existenz einer «magischen Flasche, zubereitet von einem Luftgeist», im Orden offenbarte, in der prophetische Bilder erschienen.

Das Geheimnis: das Rätsel des Nostoc und der Astralstaub

Der geheimste Lehrkern des Ordens betraf den alchemischen Urstoff, den Boella als «Astralstaub» identifiziert, also den Nostoc. Laut den geheimen Texten des Klerikats und der Gold- und Rosenkreuzer galt dieser als «ein Teil des grundlegenden Geheimnisses des Ordens».

Boella rekonstruiert die Tradition dieser Substanz:

  • Paracelsus nannte sie nostoc, auch caerefolium oder coelifolium.
  • Jan Baptista Van Helmont (1580–1644) schrieb 1621, dass bisweilen vom Himmel «jene Art von Schleim, der auch als Samen der Sterne bezeichnet wird», herabregne und dass aus den Sternenräumen «eine weiße und zugleich bituminöse Substanz» herabkomme. Diese Entitäten, die «vorrangig an der Substanz der Luft teilhatten», wurden «Himmelsblumen» genannt.
  • In der hermetischen Kosmologie leuchteten die groben Teile dieser Materie, «eingeschlossen in einem merkurialen, schleimigen Wasser und entzündet von den Sonnenstrahlen», nachts wie Sterne, bis ihr Schwefel verbraucht war, und fielen dann zu Boden: es waren die «Sternschnuppen» des Volkes.
  • Eugenius Philalethes, alias Thomas Vaughan (1621–1666), nannte diese Substanz «Perlenfluss» und definierte sie als «den Demogorgon, beseelt durch die Manifestation seines eigenen inneren Lichts».

Boella dokumentiert zudem die überraschende Übereinstimmung mit der östlichen Tradition: Der Nostoc – ein gallertartiges Cyanobakterium, das ohne Wurzeln und Stängel wächst – wurde von den Chinesen mit den taoistischen Unsterblichen verglichen, seit der Jin-Dynastie (317–420 n. Chr.) als Arzneimittel verwendet und ist unter den Heilmitteln des Pen-Ts'ao-Kang-Mu, der großen chinesischen Pharmakopöe in 52 Bänden, vollendet 1578, aufgeführt.

Der Rückzug des Ordens

Boella hält den historischen Moment fest, in dem, «als die Köpfe heiß und die Herzen kalt wurden», die Gesellschaft der Gold- und Rosenkreuzer beschloss, sich zurückzuziehen und ihre Tätigkeit einzustellen, auch weil ihr Weg «durch die Französische Revolution und die Kriege versperrt wurde». Von da an wurde die Lehre des Ordens auf versteckteren und indirekteren Wegen weitergegeben.

Verbindungen zu Cagliostro und dem Magnetismus

Die Gold- und Rosenkreuzer sind mit der Geschichte von Cagliostro verflochten: Boella dokumentiert, dass die Gründung der ägyptischen Freimaurerei in Lyon (1778) und der Loge La sagesse triomphante (24. Dezember 1784) im selben initiatischen Milieu stattfand, in dem die Gold- und Rosenkreuzer wirkten, von denen einige Adepten sogar «nach Fès in Marokko geschickt wurden, um dort alte arabische Manuskripte zu konsultieren».

Der Faden, der diese Tradition mit dem Magnetismus verbindet, führt über den engelhaften Magnetismus: Die Lehre, dass die vom Stoff befreite Seele im Zustand der magnetischen Krise mit geistigen Wesen kommunizieren kann, greift dasselbe Bild der «Verbindung mit unsichtbaren höheren Wesen» auf, das die Gold- und Rosenkreuzer auf alchemisch-rituellem statt auf magnetischem Wege verfolgten.

Primärquellen

OCR-Text zur sofortigen Überprüfung der Zitate: Boella — nativer OCR-Text (Archiv OCR_FONTI_WIKI).


  • Alessandro Boella, Antonella Galli, L'Ascesa all'Olimpo — Cagliostro e la tradizione ermetica nella massoneria (ISBN 978-88-96052-97-6, 172 S.) — PDF Drive (Kopie: PDF Drive 2)

Die Zitate dieser Seite stammen aus dem nativen Text des Bandes (direkte Extraktion, ohne OCR). Die Passagen werden auf die Abschnitte «I Rosacroce d'Oro», «L'enigma del Nostoc e il segreto della Polvere Astrale» und die gelehrten Anmerkungen des Werkes zurückgeführt.

Siehe auch